In Anlehnung an José Mourinho und an die Vorstellung von Jürgen Klopp am Freitag in Liverpool, stellt sich Stefan Effenberg heute Mittag auf der Pressekonferenz als „the new one“ vor. Der 47-Jährige übernimmt den SC Paderborn. Die Ostwestfahlen sind die erste Trainerstation für Effenberg im Profifußball. Er soll den SCP nach dem Bundesligaabstieg und schwachem Saisonstart wieder in die Erfolgsspur zurückführen. Dass, Paderborn ein gutes Sprungbrett für Trainer sein kann, zeigen auch die erfolgreichen Karrieren seiner Vorgänger. Doch was taugt der ehemalige Bayern-Kapitän als Trainer? Das weiß trotz Vorschusslorbeeren von Otmar Hitzfeld vermutlich noch keiner. In unserem heutigen Artikel, berichten wir von einer möglichen Win-win-Situation aber auch von einem gegenseitigen Risiko dieser Verpflichtung

 

Sportliche Vergangenheit:

Der SC Paderborn stieg im Jahr 2005 erstmals in die 2. Bundesliga auf. Bis auf einem Jahr Unterbrechung spielte der Verein dort bis zur Saison 2013/14. Trotz beschränkter finanzieller Mittel stieg der Verein als Tabellenzweiter sensationell in die Bundesliga auf. Trotz einer guten Hinrunde in der ersten Bundesligasaison der Vereinsgeschichte, musste man schlussendlich doch wieder den Gang in die 2. Liga antreten. Nach 10.Spieltagen steht man in dieser Saison mit sieben Punkten da und die Verantwortlichen haben mit der Verpflichtung von Stefan Effenberg als neuen Cheftrainer reagiert.

 

Karriere von Stefan Effenberg:

Geboren in Hamburg, spielte Effenberg in seiner Jugend zwölf Jahre lang für den SC Viktoria Hamburg. Sein Bundesliga-Debüt gab er als 19-Jähriger für Borussia Mönchengladbach. Drei Jahre später ging er bereits zum FC Bayern München, um sich dann weitere zwei Jahre später dem AC Florenz anzuschließen. 1987 holten die Gladbacher ihn zurück in die Bundesliga und Effenberg holte mit dem DFB Pokal-Gewinn seinen ersten großen Titel. Drei Jahre später ging er wieder zum FC Bayern und es folgte das erfolgreichste Intermezzo seiner Karriere: Er holte als Führungsspieler und Kapitän drei Meisterschaften und die Champions-League. Er traf im CL-Finale gegen den FC Valencia aus dem Spiel heraus per Elfmeter. Seine Bundesliga-Kariiere ließ der „Tiger“ in Wolfsburg ausklingen. Zum Abschluss spielte er noch ein Jahr für al-Arabi in Katar, u.a. mit Pep Guardiola zusammen.  In den letzten Jahren war er vor allem als Experte für den Bezahlsender „Sky“ aktiv.

 

Das Paderborner Team:

Beim Bundesligaabsteiger fand in diesem Sommer ein Umbruch statt. Mit Uwe Hünemeier, Mario Vrancic, Elias Kachunga, Albin Meha oder Lukas Rupp verließen Leistungsträger der letzten Jahre den Verein. Als Ersatz kamen unter anderem Kevin Stöger aus Stuttgart, Dominik Wydra von Rapid Wien, Rückkehrer Nick Proschwitz und die Bundesligaerfahrenen Marcel Ndjeng und Oliver Kirch.

Paderborn steht zwar momentan auf Platz 15. Die Mannschaft ist aber qualitativ höher einzuschätzen, als das der momentane Tabellenplatz aussehen lässt. Effenbergs Vorgänger ließ die Mannschaft meist in einem 4-2-3-1 auflaufen. Was Effenberg´s bevorzugtes Spielsystem ist, kann man schwer einschätzen. Der SC Paderborn hat jedenfalls mit Torhüter Lukas Kruse, Kapitän Marvin Bakalorz, Oliver Kirch, Marcel Ndjeng oder Srdjan Lakic erfahrene Spieler in ihren Reihen, die sich auch in der Bundesliga beweisen konnten. Die Mannschaft ist sicher darauf ausgerichtet, dass man auf eine Taktik setzt, die auf schnelles Umschalten und konterartige Gegenstöße basiert. Denn auf den Flügeln verfügen die Ostwestfahlen mit Süleyman Koc oder Moritz Stoppelkampf über Offensivkräfte, die sehr viel Tempo mitbringen.

 

Zukunftsaussichten für Effenberg+ Fazit:

Als Co-Trainer nimmt Stefan Effenberg den 29-Jährigen Sören Osterland mit nach Paderborn. Mit ihm absolvierte er gemeinsam den Trainerlehrgang in Köln. Osterland war bereits im Nachwuchsbereich vom 1. FC Magdeburg, RB Leipzig, FC Bayern München und Hannover 96 als Trainer und Co-Trainer aktiv.

Es war doch eine Überraschung als fix wurde, dass ausgerechnet Stefan Effenberg Paderborn aus der Krise helfen soll. Es wurde beispielsweise nicht  Schalke, wo er in der Vergangenheit gehandelt wurde. Effenberg fängt in der zweiten Liga an, hat aber den Vorteil hier in Ruhe arbeiten zu können. Die Verpflichtung ist aber für beide Seiten auch mit Risiken verbunden. Beispielsweise die Tatsache, dass Paderborn einen unerfahrenen Trainer im Abstiegskampf holt. Auch für Effenberg würde bei einem möglichen Scheitern einen negativen Stempel aufgedrückt bekommen, und eine Zukunft als Bundesligatrainer wäre somit schwer realisierbar. Fest steht: Effenberg ist eine Führungsfigur und er wird aufgrund seiner Vita bei den Spielern auf Respekt stoßen. Die Verantwortlichen des SCP hoffen natürlich, dass Effenberg mit seiner Erfahrung als Spieler durch Einzelgespräche das Selbstvertrauen der Mannschaft zurückholen kann. Der Kader von Paderborn ist jedenfalls stark genug um auf Sicht oben mitzuspielen. Sollte der „Tiger“ in Paderborn Erfolg haben, kann er vielleicht eine ähnlich erfolgreiche Trainer-Karriere wie seine Vorgänger Andre Breitenreiter oder Roger Schmidt starten. Ottmar Hitzfeld würde ihm das auf jeden Fall zutrauen.

 

 

 

 

 

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