Alles sollte besser werden beim VfB Stuttgart. Hochambitioniert ging der VfB in die neue Saison mit Trainer Alexander Zorniger. Die starken Auftritte im Endspurt der Saison 2014/2015 gaben Mut und schürten Hoffnung auf eine bessere Spielzeit 2015/2016. Ruhige Weihnachtsfeiertage, das wäre was. Es kam jedoch noch schlimmer. Was beim VfB alles schief läuft, wie die Neuen eingeschlagen haben und was im Winter getan werden soll, lest ihr hier.

Bisheriges Fazit

Um die Saisonleistung und das bisherige Abschneiden des VfB Stuttgart bis zum heutigen Tag zu beschreiben, genügt ein Wort: Katastrophal. Tabellenplatz 17, zehn Niederlagen nach 15 Spielen darüber hinaus sind die Schwaben mit 36 Gegentoren die Schießbude der Liga. Ein richtiges Konzept? – Nicht zu sehen. In der Defensive ist der VfB zu löchrig, zu zweikampfschwach, zu schläfrig. Es fehlt Kompaktheit und Konstanz an allen Ecken und Enden. Auch in der Offensive ist der VfB zu harmlos und zu ungenau. Folgerichtig stehen die Stuttgarter zwei Spiele vor der Winterpause auf dem vorletzten Tabellenplatz, als schwächstes Auswärtsteam der Liga. Die offensive Ausrichtung unter Ex-Coach Zorniger zu Beginn der Saison ist überhaupt nicht aufgegangen. Dafür hat eine defensive Stabilität schlicht und ergreifend gefehlt. Weder auf der Torhüterposition, noch in der Viererkette oder auf den defensiven Mittelfeldpositionen wirkt der VfB sattelfest und spielt weder beständig noch stabil genug, um einen offensiven Spielstil zu rechtfertigen. Auch unter Interimscoach Jürgen Kramny hat sich ergebnis- und spieltechnisch bislang wenig bis gar nichts verändert. Gegen den BVB gab es zum Einstand gleich mal vier Gegentore, gegen Mit-Kellerkind Werder Bremen am vergangenen Wochenende hatte der VfB am Ende noch Glück mit einem Zähler davon zu kommen. Nach einer guten ersten Halbzeit brach der VfB in Durchgang zwei komplett ein und spielte wie ein Absteiger. Der VfB taumelt wie ein angeschlagener Boxer immer weiter Richtung Tabellenende. Die beiden letzten Begegnungen vor der Winterpause schüren auch nicht wirklich Hoffnung auf mehr Punkte. Am Freitag geht es nach Mainz, zu einem Team, das seit fünf Spielen nicht mehr verloren hat. Am letzten Spieltag vor Weihnachten kommt Champions-League Achtelfinalist VfL Wolfsburg in die Mercedes Benz Arena. In seiner momentanen Verfassung muss der VfB wohl hoffen, dass die Mitkonkurrenten aus dem Tabellenkeller patzen und, dass das Jahr 2015 so schnell wie möglich zu Ende geht. Die Hoffnung auf mehr Punkte in den letzten beiden Spielen haben wohl nicht einmal die Verantwortlichen selbst beim VfB.

Wie waren die Neuen?

In Bezug auf unsere Transferkritik des VfB Stuttgart im November, muss Einiges revidiert werden. Außenverteidiger Emiliano Insúa hatte zunächst einen positiven Eindruck hinterlassen und erledigte seine Aufgaben in den ersten Spielen auf der Außenverteidigerposition gewissenhaft. Die Leistungen des Argentiniers ließen aber immer mehr nach. Ebenso Abwehrkollege Toni Sunjic gelang ein guter Einstand beim VfB, indem er prompt in seinem ersten Spiel für die Schwaben sein erstes Pflichtspieltor erzielte. Wie Insúa ließen die Leistungen von Spiel zu Spiel immer mehr zu wünschen übrig. Gegen den FC Augsburg wurde der völlig überforderte Bosnier bereits nach einer knappen halben Stunde vom Feld genommen – die Höchststrafe eines jeden Spielers. Auf der Torhüterposition strahlte Neuzugang Przemyslaw Tyton ebenso keine Konstanz und Sicherheit auf dem Platz aus. Die Offensiv-Akteure Jan Kliment und Robbie Kruse sind maximal Ergänzungsspieler, heben die Qualität in der Mannschaft auf keinen Fall an und fallen, wenn Ihnen die Chance gegeben wird kaum auf im Stuttgarter Spiel. Der einzige Neuzugang der Schwaben, der immerhin ab und zu positiv auffällt, ist Lukas Rupp. Am letzten Spieltag machte er sein zweites Saisontor für den VfB. Trotzdem spielt der vom SC Paderborn bekommene Mittelfeldspieler zu inkonstant. So gut die erste Halbzeit gegen den SV Werder Bremen am letzten Spieltag auch war, in der zweiten Halbzeit merkte man gar nicht mehr, dass er überhaupt auf dem Platz stand, wobei man dort auch von einem kollektiven Ausfall der Stuttgarter Mannschaft sprechen muss.

Transferausblick

Der VfB muss im Winter insbesondere auf der Innenverteidiger Position nachbessern. Beim Österreicher Aleksandar Dragovic sind die Schwaben bereits abgeblitzt. Der momentan in der Premier Liga für Dynamo Kiew spielende Abwehrspieler möchte zu einem Top-Club. Ein weiterer Kandidat auf der Liste von Robin Dutt ist Francesco Acerbi. Der Italiener steht bei US Sassulo in der italienischen Serie A unter Vertrag. Der kopfballstarke Linksfuß ist Stammspieler und wurde sogar zu den letzten beiden Freundschaftsspielen in den Kader der italienischen Nationalmannschaft gegen Belgien und Rumänien berufen. Auch der Name Timm Klose wird immer wieder mit dem VfB in Verbindung gebracht. Ob ihn die Wolfsburger abgeben ist jedoch eher unwahrscheinlich. Da der VfL in der Champions-League überwintert ist man noch in zwei Wettbewerben vertreten. Auch wenn Klose nur Innenverteidiger Nummer drei bei den Wölfen ist, so ist er für die Verantwortlichen aus der Autostadt und Coach Dieter Hecking ein extrem wichtiger Mann, gerade aufgrund der Doppelbelastung. Möglicherweise könnte der VfB jedoch ein Tauschgeschäft mit den Wolfsburgern durchführen. Die Wölfe sind nämlich in den Poker um den abwanderungswilligen Daniel Didavi eingestiegen. Ein anderes Tauschgeschäft bietet offenbar Bayer Leverkusen den Stuttgartern an. So soll Stefan Kießling im Tausch mit Didavi in die Landeshauptstadt Baden-Württembergs wechseln. Für die Stuttgarter wäre ein Tausch im Winter, insbesondere mit den Wölfen, sinnvoll, da man mit Alexandru Maxim einen guten Ersatz bereits in den eigenen Reihen hätte und mit Klose einen Innenverteidiger verpflichten würde, der ein gestandener Bundesligaprofi ist. Außerdem wäre Didavi im Sommer ablösefrei zu haben, wodurch die Stuttgarter leer ausgehen würden. Eine weitere Personalie, mit der sich der VfB beschäftigt ist Gianluca Gaudino. Der Sohn von Ex-VfB-Profi Maurizio Gaudino wurde beim FC Bayern in die zweite Mannschaft abgeschoben, will aber unbedingt Bundesliga spielen. Ob Gaudino jedoch zum kriselnden VfB wechseln will bleibt fraglich. Der VfB muss außerdem hoffen, dass die langzeitverletzten Daniel Ginczek und Mitchell Langerak, sowie Florian Klein und Martin Harnik bald wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen können. Zwar stehen hinter allen Personalien noch große Fragezeichen, trotzdem muss sich etwas tun beim VfB Stuttgart. Eines ist jedoch gewiss: Ruhige Weihnachtsfeiertage werden die Schwaben mit Sicherheit nicht haben.

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