Unlängst waren hier Philipp Hosiner, Jean Zimmer und Franck Kom vertreten. Im zweiten Bericht des Transfer-Scouts der zweiten Liga finden sich drei weitere interessante Spieler, die zeigen, dass gut nicht immer gleich teuer sein muss. Liegen die Ausgaben für die oben genannten bei fast vier Millionen Euro, sind sie heute auf gut die Hälfte zu beziffern. Aber auch nur dank einem Spieler, denn zwei der drei kommenden Transfers waren ablösefrei. Doch der eine, der ganze 2,2 Millionen Euro gekostet hat, wird sein Geld wert sein – die Sprache ist natürlich von Niklas Füllkrug.

Niklas Füllkrug zu Hannover 96

Wer hätte das gedacht – der junge Füllkrug, der letztes Jahr maßgeblich zum guten dritten Platz des 1.FCN beigetragen hatte, schlägt angeblich einige Erstligaangebote aus, um sich Hannover 96 anzuschließen. Sicher hätte ,,Lücke“ auch für viel Geld nach China gehen können, doch der 23-Jährige entschied sich gegen Shanghai oder Shandong und für die Niedersachsen. Dort hat man viel Geld in die Hand genommen – doch das wird sich auszahlen. Füllkrug netzte in der vergangenen Saison 14 mal für den Club ein, bereitete vier weitere Tore vor. Der große Angreifer gilt als antrittstark und schnell, gepaart mit einer soliden Technik somit ein durchsetzungsfähiger Offensiv-Zweikämpfer. Zudem erwähnenswert ist seine Freistoßstärke. Füllkrug, das Schlitzohr, vermag es, den Ball ein ums andere Mal geschickt so zu platzieren, dass der Torwart entgegen seiner Laufrichtung reagieren muss. Dies war nicht nur einmal von Erfolg gekrönt. Perspektivisch gesehen ist dieser Transfer also ein echter Coup für die 96er, da Füllkrug auch nach einem möglichen Wiederaufstieg zu einer Stütze in der Mannschaft zählen kann und wird.

Ivica Olic zum TSV 1860

Zugegeben – ich habe die Gerüchte um diesen Transfer, der sich ja relativ lange im Vorfeld angedeutet hat, mit Desinteresse verfolgt. Ein Grund: Die niedrige Wahrscheinlichkeit, dass die Löwen einen Wechsel dieses Kalibers tatsächlich über die Bühne bringen. Der zweite Grund: Zuletzt glänzte Olic weniger durch entschlossene Flankenläufe und Schlitzohr-Toren á-la-Manchester-United-im-Viertelfinale-der-CL, sondern mehr durch missglückte Aktionen und Nichtberücksichtigungen – beim Hamburger SV, wohlgemerkt. Was sucht der bald 37-jährige Kroate, der seine beste Zeit definitiv hinter sich hat, also in dieser Auflistung, mag man sich fragen. Nun, ein Transfer ist stets in seiner Ganzheit zu sehen – das heißt in diesem Fall: Ivica Olic, deutscher Meister, Pokalsieger, 26-facher Championsleague-Akteur, 104-facher Nationalspieler, kommt ablösefrei in die zweite Liga, für seinen Einjahresvertrag hat er, so heißt es nach eigener Aussage, auf Geld verzichtet. Somit gehen die Sechzger ein sehr kleines Risiko ein, Olic, der im schlimmsten Fall nach der kommenden Saison wegen fehlender Angebote seine Karriere beenden muss, hat eh schon viel erreicht und könnte sich in seiner alten Heimat München erneut zum Held krönen. Noch Fragen?

Edgar Salli zum 1.FC Nürnberg

Der zweite Scouting-Report wird von Angreifern dominiert. Stringent auch die fallende Körpergröße der vereinswechselnden Akteure: Füllkrug 188cm, Olic 182 – und Salli: Man weiß es nicht. Nordbayern.de hat da eine interessante Recherche betrieben, die aufzeigt, das bei Größenangaben über den Kameruner von 165cm bis 172cm fast alles dabei ist. Transferkritiker ist noch nicht zum Messen gekommen, zum Analysieren der spielerischen Fähigkeiten des Ex-Monegassen aber schon. Und wir können festhalten: Salli ist ein extrem antrittstarker, agiler Angreifer, der am besten auf einer offensiven Flügelposition oder als Teil einer Doppelspitze funktioniert. Der 23-jährige 26-fache Nationalspieler hat nach seinem Wechsel aus Afrika nach Monaco Europe kennengelernt. Per Leihe wurde er nach Lens, Coimbra und St.Gallen verliehen. Jetzt will er endlich Fuß fassen – und war, wie er selbst sagt, vom Bemühen des FCN überzeugt. Auch Salli wechselt ablösefrei, was das Risiko gering hält und Salli, der einst als Top-Talent gehandelt wurde, viel Druck nimmt. Mit 23 Jahren kann der Durchbruch nun endlich gelingen.

 

Ob im dritten Teil wieder mehr Spieler aus defensiveren Mannschaftsteilen dabei sind, müssen die Sportdirektoren der Zweitligaklubs gefragt werden. Fest steht: Vorbei ist die Wechselei noch lange nicht. Mehr dazu im dritten Teil des Zweitligascouts nächste Woche!

 

 

Facebook-Kommentare