Es gibt so Fragen, die einen nachts einfach nicht schlafen lassen. „Ist in Köln eigentlich auch Karneval, wenn Weihnachten ist?“ ist für uns eine davon. Jörg Schmadtke interessiert das im Moment wohl wenig, dafür quält ihn ganz sicher die Frage, welche Spieler er im Winter holen kann und muss, um seine Kölner Truppe auf Kurs zu halten.

Denn da gibt es akuten Handlungsbedarf. Nicht, weil es für Köln diese Saison schlecht läuft, das Gegenteil ist nämlich der Fall, mit dem aktuellen Platz 7 ist sogar Europa nicht ausgeschlossen, allerdings grüßt grade das Grundgerüst des letzten Kölner Erfolgs aus dem Krankenbett. Die Liste der Verletzten liest sich wie die Kölner Startelf in Topbesetzung: Horn, Maroh, Lehmann, Risse und Bittencourt können grade nicht gegen den Ball treten und Toptorjäger Modeste ist erst gestern nach Knieproblemen ins Mannschaftstraining zurückgekehrt, sodass man bei ihm vermutlich auch nicht von 100%iger Fitness sprechen kann.

Neue Narren braucht das Land

Ohne Kapitän Lehmann, Rechtsaußen Risse und Spielmacher Bittencourt lässt sich Stögers erfolgreiche Idee, Fußball spielen zu lassen, kaum umsetzen. Zuletzt ging man sogar mit 0:4 gegen Hoffenheim unter und am Wochenende kommt der BVB, dessen Brust nach dem 2:2 gegen Real Madrid nicht breiter sein könnte.

Schmadtkes Aufgabe ist also klar: Der Kader muss in der Breite erweitert werden, um Verletzungen besser aufzufangen. Gleichwertigen Ersatz holen und das auch noch für mehrere Positionen ist natürlich teuer und für den FC unrealistisch. Es muss also ein Mittelweg gegangen werden. Eine Mischung aus Talent und gestandenen Fußballer, der nach der kurzen Wintervorbereitung sofort weiterhelfen kann.

Positionell verhält es sich so, dass man im Optimalfall sowohl die Defensive als auch die Offensive verstärken kann und dabei nicht Gefahr laufen sollte, zu viele neue Spieler in die Mannschaft integrieren zu müssen. Jörg Schmadtke schläft bestimmt schlecht.

Lösungsweg: f(x) =Erneuter Erfolg

Sollte Modeste nochmal ausfallen hat man mit Osako, Rudnevs, Guirassi und Zoller Ersatzleute zur Verfügung, die zwar nicht die Quote des Franzosen haben, aber immerhin steht man nicht optionslos da. Für Dominic Maroh gibt es auch, zwar qualitativ minderwertigen, aber immerhin, Ersatz. Schwieriger wird es für die beiden Außenpositionen, die durch Bittencourt und Risse verwaist sind und im defensiven Mittelfeld, wo Lehmann normalerweise das Kölner Spiel anführt. Ohne ihn gewannen die Geißböcke diese Saison noch nicht ein Spiel! Bittencourt wird wohl zur Wintervorbereitung wieder auf dem Platz stehen und auch Lehmann wird in der Rückrunde wieder einsatzbereit sein. Die größte Lücke erzeugt also Risse, dessen Saison mit einem Kreuzbandriss vorbei ist. Sein Ersatz sollte höchste Priorität haben.

Optimal wäre ein Flügelspieler, der auf beiden Seiten wirbeln und Modeste in der Mitte bedienen kann. Im Winter ist es zudem wichtig, dass der Spieler die Liga kennt, um nicht zu viel Eingewöhnungszeit zu brauchen – zu teuer sollte es natürlich auch nicht werden. Eine gute Lösung wäre also: Julian Green.

Der Amerikaner kann bei den Bayern nicht Fuß fassen, hat dieses Jahr allerdings bereits angedeutet, dass immer noch ordentliches Potenzial in ihm steckt. Green kann auf beiden Flügeln spielen und würde vermutlich nicht viel kosten. Sein Vertrag bei den Bayern läuft zudem im Sommer aus und dieser Transfer-Zeitraum ist die letzte Chance für die Bayern überhaupt noch etwas Ablöse für ihn zu bekommen. Green selbst blickt in eine ungewisse Zukunft und könnte deswegen durchaus überzeugt werden.

Im Gegensatz zum FC Bayern durfte Green zuletzt öfters in der amerikanischen Nationalmannschaft ran. Deren Scout sagte über ihn: Er wäre besser bei einem Verein aufgehoben, bei dem er gesicherte Einsatzzeiten bekommt. Julian kann in der richtigen Mannschaft Bundesliga spielen.   

Die Farbe der Hoffnung

Von Greens Seite wäre der Weg frei und Köln könnte er sofort weiterhelfen. Es gibt ein gewisses Risiko, aber auch hohe Gewinnchancen. Green ist mittlerweile erfahrener als zu seiner HSV-Leihe und Köln im Moment ein wenig organisierter als der Dino damals, der auch mit Halilovic beweist, dass junge Talente in Hamburg nicht gut funktionieren. Zwar ist Green im Moment ebenfalls verletzt, passt sich aber damit einfach schon Köln an. Zum Neuen Jahr ist er auch wieder fit. Neben dieser Transferkritiker Empfehlung steht für Köln noch der Wechsel von Paulo Otavio ins Haus. Der 22 jährige Brasilianer ist Linksverteidiger und war bereits zum Probetraining da, Linz blockt zwar noch, aber sie wären nicht der erste Verein, der den Preis hochtreiben möchte. Für Otavio wäre es ein großer Schritt aus der zweiten österreichischen in die erste deutsche Liga und somit wäre er wohl keine Soforthilfe für die Rückrunde.

Das Team von Transferkritiker empfiehlt Jörg Schmadtke deshalb dringend diesen Artikel, um nachts wieder in Ruhe schlafen zu können. Mit Green und den Rückkehrern sollte es nämlich eigentlich keinen Grund geben, warum der Karneval in Köln über Weihnachten pausieren sollte.

 

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