Die Deutsche Börse peilt eine Fusion mit der Londoner Börse an. Zwar bringt sie mehr Gewicht auf die Waage als das britische Unternehmen. Das bemisst sich an ihrer ureigenen Währung, dem Börsenwert. Ihren Sitz aber soll die neue Dachgesellschaft des Gemeinschaftskonzerns in London einnehmen. Und auf der sportlichen Ebene schlittert die „DIVA“ vom Main – das hessische Aushängeschild im Profifußball- am Rande des Absturzes in die 2. Liga. Für Frankfurt wären diese möglichen Szenarien als Finanz- und Sportmetropole  herbe Verluste und Rückschritte. Nach 17 Punkten aus 17 Spielen hat man den Rettungsanker geworfen und verpflichtete 5 neue Spieler. Doch nach 8 Rückrundenspielen ist mit 7 Punkten bei einem Auftaktsieg zur Rückrunde gegen Wolfsburg und 3 Nullnummern und dem 1:1 gegen Ingolstadt nicht wirklich eine Leistungssteigerung zu verzeichnen.

 

Wie lief die Vorbereitung ?

Die Eintracht und ihre Trainingslager – sie begleitet immer etwas Heiliges. Trainer Armin Veh beschwor im vergangenen Sommer den Geist von Windischgarsten. Schließlich war der Luftkurort in Oberösterreich zwei Jahre Ausgangspunkt für die glorreiche Reise nach Europa. In diesem Winter waren die Wünsche ganz andere: Die hessischen Bundesliga-Fußballer wollten sich in Abu Dhabi auf den Abstiegskampf einschwören. Und angeblich ist das Emirat ja eine erprobte Location. 2013 war es in der Tat so. Die Frankfurter reisten als 15. nach der Hinrunde an, lagen mit 15 Zählern gerade mal einen Punkt vor dem Relegationsplatz. In der Rückrunde holte die Eintracht 21 Zähler, war als 13. früh aus dem Schneider. Auch nach den Aufenthalten 2013 und 2015 fuhren die Kicker vom Main jeweils 21 Punkte ein. Dass das weniger als in der Hinrunde waren, verschweigen wir einfach mal. In Abu Dhabi werden die Falken besonders verehrt. Es gibt sogar Krankenhäuser für die Tiere. Vielleicht wurde dort der Adler ja auch gut versorgt.

Innerhalb des Trainingslagers gab es auch 2 Testspiele: ein 5:1 Sieg gegen al-Alhi Dschidda  sowie eine 0:4-Niederlage  gegen Dortmund , bei der viele bekannte Probleme aus der Hinrunde sichtbar wurden und die Neuzugänge kaum auffielen. Man kann der Frankfurter Eintracht nicht vorwerfen, dass sie ihr Trainingslager in Abu Dhabi zu überschwänglich bewertet hätte. Bei allem Lob über die Rahmenbedingungen und die hohe Intensität im Training schwang immer mit, dass dies noch lange nicht mit einem erfolgreichen Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga gleichzusetzen sei.

 

Was tat sich personell ?

Nach einer enttäuschenden Hinrunde mit nur 17 Punkten schlug die Eintracht in der Winterpause auf dem Transfermarkt zu und startete eine Transferoffensive: Marco Fabian (Deportivo Guadalajara), Szabolcs Huszti (Changchun Yatai) sowie die Berliner Yanni Regäsel und Änis Ben-Hatira wurden fest verpflichtet; Kaan Ayhan (Schalke 04) kam auf Leihbasis.

Das Geld dafür stammte unter anderem aus dem Transfer von Vaclav Kadlec, der sich in Frankfurt nie richtig durchsetzen konnte und zum FC Midtjylland wechselte. Nachwuchsmann Joel Gerezgiher wurde derweil an den Lokalrivalen FSV Frankfurt verliehen, David Kinsombi an den KSC verkauft.

Spielerische Ausrichtung in der Rückrunde

EX-Trainer Armin Veh hat an der taktischen Formation der Raute (oder einer 4-1-3-2-Abart) festgehalten und hatte jetzt durch die Neuzugänge noch mehr Alternativen. Allerdings kann auf Grund der bisher 6 absolvierten Rückrundenspiele festgehalten werden, das man mehr Masse als Klasse in dem Eintracht-Kader zu verzeichnen hat. Mit Regäsel scheint nun endlich die lang ersehnte kontinuierliche Lösung hinten rechts gefunden zu sein. Huszti und Stendera scheinen sich auf den 6er Positionen zu etablieren. Stenderas angestammte Position, nämlich das offensive Mittelfeld, wurde im System-Veh neuerdings von Marco Fabián besetzt. Ein neuer Trainer könnte dieses System kurzfristig überarbeiten, um aus den verbleibenden 9 Spielen den maximalen Erfolg zu erzielen.

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Fazit:

Eintracht Frankfurt wird bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen. Eintracht Frankfurt hat bereits 30 Spieler des 31 Spieler umfassenden Kaders eingesetzt. Gegen Schalke 04 war Sunny Kittel der 30. Spieler. Lediglich Ersatztorwart Lindner hat noch keine Einsatzzeiten in der Bundesliga zu verzeichnen. Dies spricht nicht gerade für eine gewisse Kontinuität für einen Stammkader, ist aber oftmals vielen Verletzungen geschuldet. Egal wie der neue Trainer nach der Freistellung von Armin Veh auch heißen mag : es wird ein schwieriges Unterfangen das Schiff Eintracht Frankfurt an das rettende Ufer zu bringen. Eines muss der neue Trainer können: Schwimmen ohne Schwimmweste – dann wird es für den Klassenerhalt der Sportmetropole reichen. Und in der Finanzmetropole können sich die Probleme im Zusammenhang einer Fusion der Deutschen Börse oftmals durch regulatorische Anforderungen von alleine lösen.

 

 

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