Packt die Blitzableiter aus und lacht irre, denn jetzt wird es wissenschaftlich. Mit Zahlen, Daten und Fakten werden wir euch hier und jetzt zeigen, bei welchem Verein die Neuzugänge so richtig einschlagen sind, zumindest was die Torstatistik betrifft. Die reine Statistik zählt beim Fußball zwar nicht ganz so viel wie in anderen Sportarten, ist aber auch bei unser aller Lieblingsspiel nicht außer Acht zu lassen, auch wenn man hier und dort möglicherweise ein wenig einordnen muss: Wie z.B. bei unserem Platz 5 der Vereine, bei denen die Neuzugänge so richtig eingeschlagen sind, das ist nämlich der…….

Hamburger SV

Die Neuzugänge sollen beim HSV eingeschlagen sein? Da soll etwas gut sein? Ich glaube ja selber nicht, was ich hier schreibe, aber es ist so. Der Hamburger SV hat in dieser Saison, bis jetzt, ganze vier (nochmal in Zahl und Wort: 4, vier!) Tore erzielt. Genauso viele wie Aubameyang allein in einem Spiel gegen sie. Die Tore lassen sich wie folgt aufteilen: 2x Bobby Wood und 2x Nicolai Müller.

Wood kam vor der Saison aus Berlin und ist somit als Neuzugang für sage und schreibe 50% aller Hamburger Tore verantwortlich. Ein wahrer Volltreffer! Also statistisch gesehen. Hätte Müller am letzten Wochenende nicht zweimal gegen den BVB genetzt, hätte er 100% aller hanseatischen Treffer erzielt und Hamburg wäre auf Platz 1 dieses Rankings. Aber Hamburg und Platz 1, wollen wir mal ehrlich sein, das wäre auch zu viel des Guten. Deshalb gehen wir weiter zu Platz 4 und treffen auf den…

VFL Wolfsburg

Noch ein Verein, bei dem es nicht läuft, bei dem aber sicherlich nicht die Neuzugänge schuld sind. Die haben nämlich, statistisch gesehen, 55,6 Prozent aller Tore erzielt. Genau sind es 5 von 9. Auch nicht so viel, wenn man bedenkt, dass alleine Kölns Topstürmer Modeste schon 11-mal gescored hat.

Beim VFL entsteht diese Quote dadurch, dass ordentlich in die Offensive investiert wurde, die aber trotzdem noch nicht sonderlich in Fahrt gekommen ist. Mario Gomez hat 3-mal und Daniel Didavi 2-mal getroffen. Aber wie man es auch dreht und wendet, die Wölfe heulen diese Saison noch ziemlich leise.

Apropos leise heulen, Nummer 3 ist der

SV Werder Bremen

Bremen ist auch nicht grade oben auf, zurzeit, also seit einiger Zeit, also eigentlich seit Jahren. Aber was diese Saison so richtig läuft, sind die Neuzugänge. Also ein Neuzugang: Serge Gnabry.

Nach einer tollen Leistung bei Olympia wurde er an die Weser gelost, angeblich mit Hilfe des FC Bayern, die seine Entwicklung interessiert verfolgen. Gnabry hat 4 Treffer auf dem Konto und ist damit der Toptorjäger der Werderaner. Mit Sanè, Hajrovic und Thy haben außerdem noch drei weitere Neuzugänge getroffen. Macht summa summarum 7 von insgesamt 11 Treffern, die die Bremer Auswahl diese Saison erzielt hat. Statistisch sind das 58,3 % aller Tore. Nicht schlecht für Neuzugänge. Auch nicht schlecht läuft es übrigens für die Neuen beim…

SV Darmstadt

Die Sommertransfers haben für die Kicker aus dem frischgetauften Jonathan-Heimes-Stadion glatte 6 von 10 Treffern erzielt. Die Zahl ergibt sogar im Kopf ganz simpel 60%. Das ist für Darmstadt aber auch keine Kunst, haben sie doch mit ganzen 12 Neuzugängen so viele Neuverpflichtungen in dieser Saison eingesetzt wie keine andere Mannschaft. Die 6 Tore verteilen sich dann auch auf vier Schultern. Namentlich sind das Colak mit 3 Dingern und Ben-Hatira, Kleinheiser und Oliynyk mit jeweils einem Tor.

Mehr als die Hälfte der Tore durch Neuzugänge spricht, wie bei den anderen Vereinen auch, für einen starken Einkauf, oder, für schwache Verbliebene. Die könnten in Darmstadt wie auch in Hamburg, Bremen und Wolfsburg mit für die nicht so gute Tabellensituation verantwortlich sein. Der Quote der Neuzugänge steht die Schwäche der Gebliebenen oder gar das Fehlen der Gegangenen gegenüber. Die positive Bilanz kann also nicht für eine gute Gesamt-Transferpolitik, sondern lediglich für einen guten Einkauf gewertet werden, das ist auch daran zu sehen, dass unsere Plätze 5-2 alle am unteren Ende der Tabelle zu finden sind. Dass die Neuzugänge damit aber nicht zwingend zusammenhängen, zeigt unser Platz 1 der statistisch erfolgreichsten Vereinswechsler. Die hat nämlich die

TSG 1899 Hoffenheim

Und die Hoffenheimer rocken ja mal grade richtig. Am letzten Spieltag mutig gegen den Ligakrösus aus München ein Unentschieden erkämpft und tabellarisch nach 10 Spieltagen auf dem dritten Rang. Das ist sichere Championsleauge, wenn es so bleibt. Einen Großteil des Erfolges muss den Neuzugängen angerechnet werden. Die haben unglaubliche 72,2% aller Siensheimer Tore geschossen. Das sind fast dreiviertel! Da hat sich jemand im Sommer ganz gut verstärkt. Sandro Wagner mit 4 Treffern, Andrej Kramaric, der schon in der letzten Rückrunde zur Leihe da war, mit 3 Butzen und der vom HSV verpflichtete Kerem Demirbay ebenfalls mit 3 Treffern sind die drei erfolgreichsten Schützen der TSG. Zusätzlich steuerten die Zugänge Rupp (2) und Szalai (1) Treffer bei. Macht insgesamt 13 von 18 Toren und eine bis dato sehr erfolgreiche Spielzeit.

Mit erfolgreichen Neuzugängen kann man also sehr erfolgreichen Fußball spielen, aber sie sind kein Garant dafür. Wir bewerteten natürlich nur die Torstatistik und Fußball besteht aus wesentlich mehr Komponenten. Nichts desto trotz ist es interessant zu sehen wie hoch die Torbeteiligungen zum Teil sind. Zum Vergleich: Beim 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, SC Freiburg, Ingolstadt 04 und dem FC Bayern München hat in dieser Bundesligasaison noch nicht ein Neuzugang getroffen! Aber mit ein bisschen Elektrizität und Wissenschaft kann ihnen bestimmt auch noch Leben eingehaucht werden.

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