Mitten im Abstiegskampf wurde ein junger Schwabe ins Haifischbecken Bundesliga reingeschmissen und hat sich erstaunlich schnell freigeschwommen. Wer ist dieser Timo Baumgartl und kann er diese mentale und sportliche Belastungsprobe in so jungen Jahren meistern?

Der junge Schwabe Timo Baumgartl wurde 4.03.1996 in Böblingen in der Nähe von Stuttgart geboren und schnürte schon in seiner Jugend die Fußballschuhe für den VFB Stuttgart (2011-2014). Baumgartl kann auf eine erfolgreiche Zeit in der national höchst ausgezeichneten Jugend zurückblicken, in der er einmal die deutsche Vizemeisterschaft (2011/2012) und einmal die deutsche Meisterschaft (2012/2013) gewann. Seiner ersten Schritte im Männerfußball sind noch gar nicht allzu lange her, denn erst am 18.12.2013 bestritt er sein erstes Spiel für die zweite Mannschaft des VfB Stuttgarts . Am 29.06.2014 hat er seinen ersten Lizenzspielervertrag bis 2018 unterschrieben und ab dieser Saison ging es dann unaufhaltsam nach oben für Baumgartl zum Stammplatz als Innenverteidiger des derzeitigen Tabellenletzten.

Trainer Huub Stevens hat großes Vertrauen in Timo Baumgartl und ist überzeugt von seinen Fähigkeiten als Fußballer, sodass er trotz der prekären sportlichen Situation und seines blutjungen Alters ständig Spielpraxis erhält. Doch Baumgartl zahlt diesen Vertrauensvorschuss mit seinen erst 18 Jahren großartig zurück und strahlt bereits nach paar Einsätzen eine enorme Routine und Sicherheit aus, was in Anbetracht des sonstigen Durcheinander der Stuttgarter Hintermannschaft umso mehr hervorsticht. Der Youngster hat vorerst seinen Stammplatz zementiert und steht ist mit seiner Zweikampfstärke und Abgeklärtheit als klassischer Verteidiger ein Paradebeispiel für einen Spieler nach dem Geschmack Stevens und spielte deshalb auch prompt alle seine bisherigen Saisonspiele durch.

Also alles Friede Freude Eierkuchen bei Baumgartl und dem VfB Stuttgart?

Timo Baumgartl ist noch blutjung und zeigt trotz seiner bemerkenswerten spielerischen und menschlicher Reife teilweise auch Nerven im Abstiegskampf wie zum Bespiel am 22.Spieltag gegen den BVB, als er durch einen kapitalen Fehler die Vorentscheidung (1:3) verschuldete. Außerdem drängen mit Niedermeier und Rüdiger zwei etablierte Spieler auf einen unumstrittenen Stammplatz in der Innenverteidigung. Es gibt sicherlich angenehmere ersten Gehversuche im Haifischbecken der Bundesliga und umso mehr sticht sein Status bei Stevens heraus. Klar, Baumgartl wird Fehler machen in seiner noch jungen Karriere, doch als Eigengewächs und Identifikationsbild vieler Fans wird Baumgartl diesen temporären Status als Stammplatz festigen können und einen der Platzhirsche dauerhaft auf die Ersatzbank verbannen und das völlig zurecht, nach den häufigen vogelwilden Darstellungen in der Vergangenheit. Insgesamt werden die Stuttgarter Fans diesen Jungen nach vorne peitschen und er wird sicherlich eine ansprechende Entwicklung nehmen und sich mittelfristig bei dieser sportlichen Misere zu Höherem berufen fühlen.

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