Es war eine der Transfer-Überraschungen des Sommers: Eduardo Vargas wechselt zur TSG 1899 Hoffenheim. Der chilenische Angreifer hatte in der Sommerpause als Torschützenkönig bei der Copa América auf sich aufmerksam gemacht. Dass er die TSG anderen europäischen Top-Clubs vorzog, kam für viele Fußball-Fans ziemlich unerwartet. Wie genau der Transfer zustande kam und wie Vargas eingeschlagen hat, lest ihr in der heutigen Transferabrechnung.

Wieso kam der Wechsel zustande?

Die TSG 1899 Hoffenheim verlor mit Roberto Firmino in der abgelaufenen Transferperiode einen extrem wichtigen Mann im Offensiv-Bereich. Deshalb wurden die Verantwortlichen dazu gezwungen im Angriff Veränderungen vorzunehmen. Eine Woche vor Schließung des Transferfensters unterschrieb Eduardo Vargas einen bis 2019 datierten Vertrag bei der TSG. Der technisch- und abschlussstarke Vargas hatte erst ein paar Wochen zuvor Chile mit vier Treffern zum Copa América-Sieg im eigenen Land geschossen. Dass er sich anschließend gegen internationale Top-Clubs und für die TSG 1899 Hoffenheim entschied, war für die meisten zunächst etwas verblüffend. Betrachtet man die Historie bei seinen vorherigen Vereinen, so muss man eingestehen, dass der Wechsel gar nicht so eine große Überraschung ist. Bislang konnte der in der Offensive variabel einsetzbare Südamerikaner, weder beim SSC Neapel, noch beim FC Valencia oder bei den Queens Park Rangers überzeugen. In der chilenischen Nationalmannschaft hingegen hat Vargas mit 25 Toren in 52 Spielen eine bemerkenswerte Statistik. Auch sonst spielt der 26-Jährige in der Offensive und im Pressing der Chilenen, aufgrund seiner aggressiven Spielweise und seinen technischen Voraussetzungen, eine enorm wichtige Rolle. Der für sechs Millionen vom SSC Neapel gekommene Vargas ist ein Spieler, der sich rundum wohl fühlen muss, um Top-Leistungen zu bringen. Dies war bei seinen bisherigen Vereinsstationen in Europa aber nie wirklich der Fall. Bei der TSG 1899 Hoffenheim trifft er auf ein behagliches Umfeld in einem kleineren Verein in einer eher unscheinbaren Stadt. Dies gab womöglich den Ausschlag, warum sich der Chilene schlussendlich gegen einen europäischen Top-Club und für die TSG 1899 Hoffenheim entschieden hat.

Sportlicher Zwischenbericht

Bereits in seinem zweiten Spiel für die TSG schoss Vargas gegen den SV Werder Bremen sein erstes Bundesligator. In den folgenden acht Partien tauchte er nur noch als Vorlagengeber auf der Anzeigetafel auf. Die Bilanz von einem Saisontor und vier Assists in zehn Pflichtspielen sind keine schlechten Werte, trotz allem konnte Vargas die in ihn gesetzten Erwartungen noch nicht erfüllen und seinen Vorgänger Firmino adäquat ersetzen. In den Partien gegen Borussia Dortmund, den FC Augsburg oder den VfB Stuttgart bereicherte er mit seinen Offensiv-Dribblings und seiner aggressiven Spielweise das Spiel der Kraichgauer. An der Seite von Sturmpartner Volland überzeugte der Chilene außerdem mit gutem Kombinationsspiel. Läuft es für seine Mannschaft jedoch nicht gut, wie in den Spielen gegen den VfL Wolfsburg oder den Hamburger SV, taucht er oft ab, obwohl gerade er, als international erfahrener Spieler, mehr Verantwortung übernehmen müsste.

Fazit

Der chilenische Offensiv-Allrounder ist in jedem Fall eine Bereicherung für das Hoffenheimer Offensiv-Spiel. Gerade, weil Vargas im Offensiv-Bereich sowohl als hängende Spitze, vorderste Spitze oder auf den Halbpositionen eingesetzt werden kann. Durch diese Variabilität kann Taktik-Fuchs Stevens das Spiel der Hoffenheimer unberechenbarer gestalten und auch während einer Partie umstellen. Mit Volland zusammen hat Vargas bereits sehr gute spielerische Ansätze gezeigt. Jedoch hat der Chilene noch nicht so bei der TSG eingeschlagen, wie man es sich von ihm erhofft hat. Gewöhnt sich Vargas mit der Zeit besser an sein Umfeld und an die Bundesliga, so könnte er noch zu einer richtigen Verstärkung werden.

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