Mit fünf Punkten aus fünf Spielen startete die TSG 1899 Hoffenheim in die Rückrunde der Saison 2015/2016. Mit dem Dreier gegen den FSV Mainz 05 am vergangenen Wochenende waren die Kraichgauer der große Gewinner des 22. Spieltages und konnten Tuchfühlung zum Relegationsplatz aufnehmen. Wie die Vorbereitung lief, was sich personell getan hat und wie die Chancen unter dem neuen Coach Julian Nagelsmann im Abstiegskampf stehen lest ihr in unserem Round-Up.

Wie lief die Vorbereitung?

Am 04.01. bat Ex-Coach Stevens zum Trainingsauftakt. Vom 07.01.-14.01. stand ein einwöchiges Trainingslager in Südafrika an. Die Trainingsbedingungen waren zwar sehr gut, jedoch grätschte das Wetter den Plänen der TSG immer wieder dazwischen. So musste bereits am ersten Tag in Rustenburg nach 75 min die erste Einheit und am zweiten Tag ein Testspiel gegen Township Rollers aus Botswana aufgrund eines Gewitters abgebrochen werden. Wurde gespielt, erweckte die TSG einen guten Eindruck. Gegen die Platinumstars konnte ein 2:0 Sieg gefeiert werden und bei der Generalprobe gegen Sturm Graz gewann die TSG locker und verdient mit 3:1.

Was tat sich personell?

Großes Anliegen der sportlichen Leitung um Alexander Rosen war es den Kader und Kern der Mannschaft zusammenzuhalten und nur die eine oder andere Neuverpflichtung zu tätigen. So habe man, laut Rosen, sogar lukrative Angebote für die Topleute der TSG ausgeschlagen. Einziger Neuzugang im Winter war Andrej Kramaric, von dem sich die sportliche Leitung neue Impulse in der Offensive verspricht. Den torgefährlichen sowie spielerisch und technisch starken Angreifer lieh die TSG von Premier-League Überraschungsteam Leicester City bis zum Saisonende aus. In seinem vierten Bundesligaeinsatz gegen Werder Bremen markierte er seinen ersten Treffer im Dress der Hoffenheimer, holte sich jedoch zugleich auch seinen ersten Platzverweis und musste beim Heimdebut von Julian Nagelsmann gegen den FSV Mainz 05 auf der Tribüne Platz nehmen. Mit Adam Szalai verließ per Leihe ein unzufriedener Stürmer die TSG in Richtung Liga- und Abstiegskonkurrenten Hannover 96. Außerdem wurde der 19-jährige Nicolai Rapp an die Spvgg Greuther Fürth verliehen, um Spielpraxis zu sammeln. Die größte Veränderung bei der TSG fand jedoch auf der Trainerbank statt. Julian Nagelsmann, der eigentlich erst im Sommer den Posten bei den Kraichgauern antreten sollte, übernahm das sportliche Ruder nach dem gesundheitlichen Rücktritt von Stevens vor knapp zwei Wochen sofort. Seine Bilanz bei der TSG kann sich sehen lassen: Zwei Spiele, vier Punkte und vier Tore. Alt-Coach Stevens benötigte für dieselbe Anzahl an Toren und Punkten fünf Spiele. Nicht nur der unterschiedliche Einstand bei der TSG, das Alter oder das Aussehen unterscheiden die beiden Trainer stark voneinander. Auch in der fußballerischen Auffassung, der Art und Weise ein Spiel zu bestreiten sind Stevens und Nagelsmann so weit voneinander entfernt, wie Nord- und Südpol. Auf der einen Seite der als Defensiv-Spezialist betitelte Holländer Stevens und auf der anderen Seite Jungspund Nagelsmann, der ein bekennender Fan von Offensiv-Fußball ist. Trotz der sportlichen Situation bei der TSG hält Nagelsmann an seiner Philosophie fest. Die Ergebnisse sprechen momentan noch für sich. Es bleibt für ihn jedoch zu hoffen, dass der Schuss nicht, wie unter Ex-VfB-Trainer Alexander Zorniger, nach hinten losgeht.

Spielerische Ausrichtung in der Rückrunde

In den ersten Spielen der Rückrunde unter Stevens waren keine großen Veränderungen hinsichtlich der Spielweise im Vergleich zur Hinrunde zu erkennen. Gut gestaffelte Defensive, wenig Offensivdrang und wenig Torchancen. Unter Nagelsmann änderte sich von Grund auf die Art und Weise des Hoffenheimer Spiels. Nach den Auftritten in Bremen, aber insbesondere gegen Mainz, wird man das Gefühl nicht los, dass das Hoffenheimer Spiel befreiter und lockerer wirkt. Die offensive Spielweise passt demnach wohl besser zu den spielerischen Anlagen des Personals bei der TSG. Beim Heimsieg gegen Mainz wirbelte darüber hinaus Kevin Volland in der Offensive, der wie es scheint, sein kleines Formtief überwunden zu haben.

Fazit

Nagelsmann scheint der TSG 1899 Hoffenheim bereits neues Leben eingehaucht zu haben. Die Spielart wirkt lebendiger und spielfreudiger als unter Stevens. Der Sieg gegen Mainz schürt neue Hoffnungen den Klassenerhalt unter der neuen sportlichen Führung doch noch zu packen. Ich denke, dass die TSG mit Neu-Trainer Nagelsmann und der neuen Spielweise noch ein Wörtchen mitzureden hat, wenn es um die direkte Rettung oder den Relegationspatz geht. Die TSG 1899 Hoffenheim ist der Gewinner des 22. Spieltages im Tabellenkeller. Das einzige Team, das neben den Kraichgauern dreifach punkten konnte, war der FC Augsburg. Tabellarisch sieht es nun schon eindeutig besser aus: Momentan sind es nur noch vier Punkte bis zum 15. Tabellenplatz und dem damit verbundenen rettenden Ufer.

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