Nachdem vor Öffnung des Transferfensters noch angekündigt worden war, ohne personelle Verstärkung in die Rückrunde starten zu wollen, ist der Augsburger Kader jetzt um die Fußballer Ajeti, Gouweleeuw und Finnbogason reicher. Inwiefern sie die Mannschaft tatsächlich bereichern und welche reichhaltigen Erkenntnisse die Vorbereitung lieferte, lest ihr im heutigen Round-Up.

Wie lief die Vorbereitung?

Beide Testspiele unter der spanischen Sonne wurden gewonnen, dabei feierte man auch einen Erfolg gegen die Schweizer Hausnummer FC Basel. Dass Testspielerfolge nicht zu hoch bewertet werden sollten, ist selbstredend, trotzdem darf der psychologische Aspekt einer auch auf dem Papier erfolgreichen Vorbereitung nicht außer Acht gelassen werden. Man resümiert also: Im Trainingslager feierte man Erfolge, integrierte Neuzugänge und gewann dank letzterem Aspekt auch einige vom Balkan stammende Fans dazu, die alle auf Einsatzminuten von Ajeti hoffen. Bisher umsonst.

Gewinner der Vorbereitung: Das ist wohl Konstantinos Stafyilidis, der sich nach Form- und Gesundheitsschwankungen in der Vorrunde über den Winter neu ordnete und im jüngsten Spiel ein sehenswertes Tor erzielte. So kann es weiter gehen mit dem schnellen Griechen, dessen fußballerisches Repertoire zumindest reicher bestückt ist als die Kassen seines Herkunftslandes. Vorteilhaft wäre es jetzt nur, wenn der Ex-Leverkusener das auch konstant auf den Platz bringen würde – aber das schreibt sich natürlich leichter, als es sich umsetzen lässt.

Verlierer der Vorbereitung: Nikola Djurdjic! Es ist schwierig und meistens unfair, Spieler in solch populistische Kategorien einzuteilen, doch der gebürtige Jugoslawe Djurdjic springt einem ja förmlich ins Auge: Nach Leihe zu Malmö FF kündigte er in typischer Rückkehrer-Manier an, um seinen Platz kämpfen zu wollen. Augsburg daraufhin: Holt Ajeti und Finnbogason, zwei weitere Stürmer. Djurdjic so: Servus, ich packs dann mal. Der 29-Jährige kämpft jetzt mit Fortuna Düsseldorf um den Klassenverbleib in Liga zwei. Allerdings nur bis Sommer, dann darf er wieder in Augsburg ankündigen, um seinen Platz kämpfen zu wollen. Aber, sind wir mal ehrlich: Was genau in Augsburg ablief und wie das Verhältnis zwischen dem Serben und sportlicher Leitung des FCA ist, das wissen wir nicht. Djurdjic mag die Qualität haben, sich bei Augsburg durchzusetzen, die Fülle an Offensivkräften im Kader der Fuggerstädter spricht aber dagegen.

Was tat sich personell?

Verlassen hat den Verein neben Djurdjic ein weiterer Stürmer, und zwar Tim Matavz, Transfer-Rekordhalter in Person. Der (ehemalige) Hoffnungsträger mit chronischen Anlaufschwierigkeiten in Schwaben versucht sich jetzt auf Leihbasis beim FC Genua. Italienische Gefilde inspirierten ja selbst Goethe einst zu neuen Höchstleistungen, wer weiß was da noch kommt vom slowenischen Angreifer. Sascha Mölders darf ebenfalls neue Erfahrungen sammeln: Auch er als Schütze des ersten Augsburger Bundesligatores ein Mann für die Chronik, beim TSV 1860 steht bitterer Kampf ums Überleben an. Mölders Zweitligaeinstand verlief weniger rühmlich, seine 2-Meter-Großchance endete an einem der acht Arme von Nürnberg-Schlussmann Raphael Schäfer, der auf seine alten Tage eben mal eines der besten Spiele seiner Karriere aus dem Hut zauberte.

Die neuen Gesichter des FCA sind neben Gouweleeuw und Ajeti, die weiter auf ihre ersten Einsatzminuten in der Bundesliga hoffen, der Isländer Alfred Finnbogason, der gegen den FCI sein Debüt gab. Zudem beendete man die Leihe von Erik Thommy an die Roten Teufel aus Kaiserslautern und ist somit nochmal um eine Option reicher in der Offensive. Positionsgetreu zu Tobi Werner, der einfach nicht fit wird und derzeit einen Platz im Kader offen lässt.

Wie sind die Neuen zu bewerten?

Die ausführlichen Kritiken zu den Neuzugängen findest du in anderen Artikeln! Zusammengefasst kann man festhalten, dass sich der FCA durchaus sinnvoll verstärkt hat und vor allem akute Personalpolitik betrieb. Einzig Albian Ajeti ist als rein perspektivischer Neuzugang zu sehen. Gouweleeuw, Finnbogason und nun auch Thommy sind Spieler, die für die Rückrunde geholt wurden – noch hält sie Markus Weinzierl in der Reserve.

Können die Ziele erreicht werden?

Die Augsburger halten es ja traditionell sehr bescheiden mit den Saisonzielen, der Nichtabstieg hat immer höchste Priorität. Dieses Jahr war das etwas anders: Durch das Erreichen der Euro-League war der Anhang und das Umfeld erwartungsvoller, trotzdem verlief der Beginn der Saison alles andere als gut. Und so kam es, dass man gezwungen war, den Verbleib in der ersten Bundesliga als Ziel zu setzen. Dieses Ziel kann und wird der FCA erreichen, auch wenn die jüngste Niederlage gegen die Ingolstädter pessimistisch stimmen mag. Es ist ein wenig verwunderlich, dass der FCA den Schwung aus den letzten Hinrundenspielen nicht mit in die Rückrunde genommen hat, doch so ein Flow ist ja auch rein temporär vergänglich. Jetzt liegt es an Weinzierl und Leitfiguren im Team wie Daniel Baier, der derzeit verletzungsbedingt ausfällt, diese Grundstimmung wiederherzustellen und die nächsten Spiele erfolgreich zu gestalten. Oder lieber die übernächsten Spiele, denn als nächstes heißt der Gegner ja FC Bayern, und gegen den darf man ja nicht gewinnen. Oder, Herr Sammer?

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