Wie viele andere Bundesligisten auch, bereiteten sich die Borussen in der Türkei auf die Rückrunde vor. Was sich in Belek getan hat, wer herausgestochen hat, wem die Zeit an der türkischen Riviera nicht gut tat und was man sich weiterhin von Gladbach erhoffen kann, erfahrt ihr im Round-Up!

Wie lief die Vorbereitung?
Insgesamt bestritten die Fohlen während der Vorbereitung drei Partien. Die Gegner waren der türkische Erstligist Sivasspor, der deutsche Konkurrent Hertha BSC und der Zweitligist VfL Bochum. Die Ergebnisse hätten nach Schuberts Geschmack wohl auch gerne anders aussehen können: Gegen Sivasspor gelang der Siegtreffer erst in der Nachspielzeit, aus einer 2:0-Führung wurde gegen die Berliner noch ein 2:2 und fünf Gegentore gegen einen Zweitligisten sprechen für sich. Jedoch zeichnete sich auch dort wieder ab, dass die Borussen – wie in der Hinrunde auch – ihre Stärken in der Offensive haben. Raffael und Stindl harmonierten sehr gut, auch Branimir Hrgota verrichtete ordentliche Arbeit. Probleme gab es zuhauf in der Defensive: Acht Gegentore in drei Spielen gegen schwächer einzuschätzende Gegner sind zu viel. Jedoch kommt hier wieder eine Fußballweisheit zum Tragen: Testspiele sollte man nicht zu ernst nehmen. Eine Tendenz aber lässt sich aus ihnen schon häufig ableiten. Der Fehlstart in die Rückrunde mit den Niederlagen gegen Dortmund und in Mainz belegte dies auf unangenehme Art und Weise.

Die Gewinner der Vorbereitung waren die Gewinner der Vorrunde. Lars Stindl und Raffael – beides keine klassischen Stürmer – behaupteten ihren Platz in vorderster Front, die Konkurrenten wie Hrgota müssen sich gedulden oder sind schon weg wie Josip Drmic, dessen Leihe nach Hamburg Ausdruck eines Scheiterns bei der Borussia ist. Wieder an Bord nach vielen Verletzungen und gegen Bremen beim befreienden 5:1-Sieg schon ein paar Minuten im Einsatz: Martin Stranzl, der Routinier, den Verletzungen so oft zurückwarfen. Er ist auf dem Weg, sich wieder ins Team zurückzukämpfen und ist deshalb auch ein Gewinner der Vorbereitung.

Was tat sich personell?
Wir berichteten bereits ausführlich über die beiden Neuen im Fohlen-Dress, Jonas Hofmann und Martin Hinteregger. Die beiden hatten ziemlich viel Zeit, um sich mit der Mannschaft einzuspielen und haben das auch relativ erfolgreich geschafft. Nach drei Spielen stehen für Hofmann insgesamt 80 Minuten auf dem Papier, Hinteregger brachte es auf 190 Einsatzminuten. Jedoch kehren bald direkte Konkurrenten wieder zurück: Patrick Herrmann trainierte erstmals wieder auf dem Platz, Stranzl gab wie erwähnt bereits sein Kurz-Comeback. Allerdings benötigt Trainer Schubert in der Defensive jeden brauchbaren Mann, während man vorne ohne großes Magengrimmen Drmic ausleihen konnte.

Im gewohnten 4-2-2-2: So könnte Gladbach in Bälde auflaufen, wenn Patrick Herrmann wieder dabei ist.

Spielerische Ausrichtung in der Rückrunde
Eine komplette Veränderung wird es in Gladbach wohl kaum geben. Man hat nun Sicherheit in der Planung mit Andre Schubert als Trainer, die Ergebnisse stimmen größtenteils, die Stimmung ist gut, die Verletzten kommen in naher Zukunft wieder. Schubert wird seinem nach vorne gerichteten Stil treu bleiben, probierte es zuletzt häufiger mal mit einem 4-1-4-1 (wobei Stindl meist neben Raffael in die Spitze rückte), gegen Bremen präsentierte der Trainer das Team wieder im 4-2-2-2, der deutliche Sieg in diesem Spiel spricht für eine Beibehaltung dieser Ausrichtung. Alles soll fließen, Bewegung ist wichtig, möglichst schnell, möglichst aggressiv, möglichst in Richtung Tor des Gegners.

Fazit
Nachdem der Dezember den Fohlen-Fans nach längerer Zeit wieder einmal Ernüchterung bescherte, als man sowohl im DFB-Pokal als auch in der Champions League ausschied, warten sie nun auf eine furiose Rückrunde mit der erneuten Qualifikation für die Königsklasse. Immerhin steht Schubert ein starker Kader zur Verfügung, der sich zu 100% auf die Liga konzentrieren kann. Der Start verlief holprig, die Fohlen lahmten gegen Dortmund und Mainz. Doch der Abstand auf Platz drei kann aufgeholt werden, wenn ein Zwischenspurt wie in der Vorrunde gelingt. Damals startete die Borussia mit fünf Niederlagen und verlor den „Übertrainer“ Lucien Favre. Die Voraussetzungen heute sind eindeutig besser.

Facebook-Kommentare