Rudi Völler, der Managerveteran, hat seine Kontakte in die alte römische Heimat spielen lassen und nun den vollständigen Wechsel von Tin Jedvaj unter Dach und Fach gebracht. Dabei stellte sich Roms Sportdirektor Sabatini als zäher Verhandlungspartner heraus, doch nach einigen Verhandlungsrunden einigten sich beide Seiten auf eine Ablösesumme von 7,5 Millionen für den jungen kroatischen Nationalspieler.

Der kroatische Jungnationalspieler (2 A-Länderspiele) ist für den Bundesliga-Kenner seit dem 01.07.2014 ein Begriff, als Jedvaj seinen ersten Arbeitstag bei den Leverkusener antrat. Zunächst auf Leihbasis sicherte man sich ursprünglich bis 2016 die Dienste Jedvajs, doch schon bald stellte sich heraus, dass der Neuzugang vom dreimaligen italienischen Meister AS Rom eine weitaus schnellere Entwicklung nimmt, als anfangs zugetraut. Zunächst als Back-Up eingeplant, zog der 1,84m große Jedvaj schon direkt zum Saisonstart an Platzhirsch Donati auf der Rechtsverteidiger-Position vorbei und war in der Hinrunde in 14 von 17 Ligaspielen für die Werkself am Ball.

Doch woher kommt Jedvaj und was macht seine Spielweise aus?

Der 1995 in Zagreb geborene Jedvaj begann seine Karriere in der Jugendabteilung von NK Zadar in Kroatien, wo sein Talent nicht lange unentdeckt blieb und Scouts von Dynamo Zagreb auf ihn aufmerksam wurden. Ab 2005 durchlief er sämtliche Jugendmannschaften bei Zagreb, bis er 2013 in den Profikader aufrücken konnte. Dynamo stattete ihn mit einem bis 2020 datierten Vertrag aus, doch diese angedachte Liasion hielt nicht lange und kurze Zeit später wurde er für 5 Millionen an den AS Rom verkauft, welcher für ihn aber nur eine einjährige Zwischenstation war. Fehlende Spielpraxis und wachsender Unmut machten sich bemerkbar, und Bayer nutzte die Chance und lieh den Kroaten aus.

Zu den Stärken des beidfüßigen, polyvalenten Spielertyps zählen besonders der Offensivdrang, Motivation und die Laufstärke. Der Statistikbereich spuckt bei Jedvaj einer der höchsten Laufleistungen der Liga aus, die er zu gefürchteten Läufen auf der Außenbahn nutzt und so bereits 2 Tore erzielen konnte. Seine Passquote ist mit 70 % passabel, doch seine Defizite liegen im Spielaufbau und im Zweikampfverhalten, bei der er nur knapp über die Hälfte seiner Zweikämpfe gewann. Manchmal agiert der kroatische Heißsporn noch zu ungestüm und übermotiviert, was ihm schon einige Sperren eingebracht hat, aber im Entwicklungsprozess des Rohdiamanten dazugehört und mit der Erfahrung und Spielreife in Zukunft sicherlich noch gewinnbringender in die richtigen Bahnen gelenkt werden kann.

Fazit: Das Talent Jedvaj kickt nun bis zum Jahre 2020 bei der Werkself und das Potenzial, was Jedvaj in der Hinrunde schon vielfach angedeutet hat, macht Hoffnung und Hunger auf eine steile Entwicklung dieses interessanten, blutjungen Mannes. Die Höhe der Ablösesumme ist vertretbar und wenn Jedvaj an seinen Defiziten pfeilt und sein Temperament zügelt, muss das Ende der Karriereleiter in Leverkusen längst nicht erreicht sein.

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