Ihr kennt das (vielleicht): Leute verlassen ihren Partner für jemand besseren, eigentlich ist da irgendwo Liebe, aber irgendwie will man auch mehr und ach ist das alles kompliziert. Doch dann klappt es mit dem neuen Partner auch nicht und mit dem danach zwar besser, aber die große Liebe will sich einfach nicht entfalten. Dann ist die oder der Ex auf einmal in Topform und so schön und sympathisch wie schon lange nicht und sie oder er will dich zurück. Du machst das und alle finden es geil! Gibt’s nicht? Gibt’s doch, aber natürlich nur im Fußball:

Christian Clemens verließ den 1.Fc Köln, der damals in der zweiten Liga kickte, 2013 in Richtung Schalke 04, das damals international unterwegs war. Für Schalke kam Clemens allerdings in zwei Spielzeiten nur auf 19 von 68 möglichen Einsätzen. Dafür war allerdings nicht nur seine spielerischen Leistungen, sondern auch mehrere Verletzungen mitverantwortlich. Deshalb ging es von Schalke im Winter 2015 auf Leihbasis nach Mainz, die ihn anschließend für 2,00 Mio. Euro verpflichteten. In Mainz lief es deutlich besser für den mittlerweile 25 jährigen. Bis zu dieser Saison. Nach einer Sehnenreizung stockte das Comeback und so gibt es nun die Rückkehr zum FC Köln, wo Clemens zuvor bereits nicht weniger als 12 Jahre verbrachte. Der einzige Verein, für den Christian Clemens vor seiner FC Zeit kickte hieß SC Köln Weiler-Volkhoven. Also ein Kölner Jung durch und durch. Poldi ist stolz. Aber wie im echten Leben birgt die Rückkehr zur Ex einige Gefahren. Ist dieser Wechsel also klug?

Von Fans für Fans

Vereinsidentitätstechnisch sicherlich. Nach Clemens Rückkehr spielen nun neun Spieler aus der eigenen Jugend in der Profimannschaft. Darunter Leistungsträger wie Torwart Timo Horn und Marcel Risse und grade dessen Kreuzbandriss traf die Kölner bis ins Mark. Neben Risse ist mit Leonardo Bittencourt aber auch noch ein weiterer Außenbahnspieler verletzt. Auf den Flügeln tätig zu werden war für Kölns Manager Jörg Schmadtke also zwingend erforderlich. Zusätzlich ist bei Wintertransfers immer wichtig, dass der Neuzugang nicht eine allzu lange Eingewöhnungszeit braucht. Das sollte bei Clemens nun ja das kleinere Problem sein. Deshalb sagt er persönlich auch über den Wechsel: „Als die Anfrage vom FC kam, musste ich nicht lange überlegen“

Christian Clemens, Cologne.

Generell muss bei diesem Transfer niemand lange überlegen. Mit seiner Schnelligkeit und Spielstärke ist er wie geschaffen für die Ansprüche auf den Kölner Außenbahnen, von denen aus Starstürmer Modeste mit Bällen versorgt werden will und muss. Was Clemens sowohl von der Grundlinie, als auch aus dem Halbfeld beherrscht. Zudem ist Clemens sehr ausgeglichen. Ein gutes Passspiel und vor allem gekonnte Fernschüsse machen ihn zu einem ordentlichem Offensivspieler. Legendär und unvergessen ist seine direkt verwandelte Ecke aus dem Jahr 2012:

FC Trainer Peter Stöger sieht ebenfalls Stärken des mit 25 Jahren im besten Fussballalter stehenden RA: „Christian wird uns mit seiner Dynamik und seiner Schnelligkeit auf der Außenposition weiterhelfen können.“ sagte er über den neuen altern Kölner Jung.

Torgefahr strahlt Clemens auch aus, meistens wenn er von Halbrechts einen abgewehrten zweiten Ball oder eine Ablage direkt nehmen kann. Am besten mit dem rechten Fuß scharf angeschnitten in Richtung linkes Eck. Diese Kombination könnte gut klappen, wenn Modeste Bälle auf ihn ablegt und somit zu einer Waffe der FC Offensive werden. Um all das zu erreichen muss er allerdings fit sein und in einen guten Spielrhythmus kommen. Verletzungen, die ihn nicht nur diese Saison zurückwarfen, sollten tunlichst vermieden werden. Dann steht der erfolgreichen Rückrunde nichts mehr im Wege.

Combacker

Clemens und Köln, das passte und passt. Durch die starke Identifikation wird die Kölner Mannschaft noch homogener. Fans und Mannschaft rücken noch näher zusammen und für Leistungsträger Risse ist ordentlicher Ersatz gefunden worden. Ein kluger Transfer Schmadtkes, der sicherstellt, dass die Kölner Rückrunde der ersten Hälfte in nichts nachstehen muss. Manchmal wird es halt doch was mit der Liebe auf den zweiten Versuch!

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