Der politische Journalismus gibt einer neu gewählten Regierung normalerweise 100 Tage Zeit, um erste Erfolge nachzuweisen. In der schnelllebigen Fußballwelt haben wir den Sommertransfers 9 Spieltage gegeben und blicken nun auf 4 Sommerneuzugänge, die sich die neue Saison bestimmt anders vorgestellt haben.

  1. Mario Gomez

Mario Gomez hat in der letzten Saison in 33 Spielen für Besiktas Istanbul 26 mal eingenetzt. Das ist ohne Wenn und Aber der Wert eines Topstürmers. Durch seine konstant guten Leistungen in der Türkei spielte er sich auch wieder in den Fokus von Jogis Eleven und spielte, bis zu seiner Verletzung, eine gute Europameisterschaft. Zu Recht rumorte es im Sommer um den mittlerweile 31 jährigen ehemaligen Bayern und Stuttgart Stürmer. Schließlich entschied sich Gomez für den VFL Wolfsburg, die nach einer schwachen letzten Saison zurück in den europäischen Fußball wollen. Naja, das klappt bis jetzt nicht so gut.

Gomez erzielt am  8., Spieltag sein erstes und bis jetzt einziges Tor für seinen neuen Arbeitgeber. Er ist nicht einmal in der Nähe seiner letzten Werte und steht mit dem VFL mitten im Abstiegskampf. Besiktas hingegen steht in der Liga solide auf Platz 2 und überzeugte zuletzt in der Championsleague.

Zuletzt wirbelte er Staub auf, in dem er in einem, in einer türkischen Zeitung erschienenen, Interview seinen Wechsel bereute. Neben dem Platz ist Gomez zurzeit sicherlich auffälliger als darauf, was allerdings für das gesamte Wolfsburger Team gilt. Das nach der Entlassung von Trainer Dieter Hecking noch keine Besserung gezeigt hat.

  1. Kevin Volland

Wechsel innerhalb der Bundesliga gehören zum Tagesgeschäft und früher oder später trifft ein Spieler auf seinen Ex-Verein. Bei einem solchen Treffen möchte man natürlich seine beste Leistung zeigen. Kevin Volland wollte das am  gegen Hoffenheim auch tun, allerdings endete sein Arbeitstag mit einer roten Karte, nach 6. Minuten. Das ist vergleichbar damit, auf seine/n Ex zu treffen und sich erstmal ordentlich den Drink über die Hose zu kippen. Ist schlimm, kann aber passieren. Dieses Wochenende musste er deshalb zusehen. Allerdings ist auch der Rest der Saison nicht zu Vollands Zufriedenheit gelaufen: Lediglich bim 0:0 gegen den FC Augsburg stand Volland über 90 min. auf dem Platz. Ansonsten wurde er zweimal ausgewechselt, 4-mal stand er nicht in der Startelf und wurde lediglich für die Schlusshalbestunde eingewechselt. In insgesamt 303 Einsatzminuten steht auch nur eine Torvorlage zu buche.

War er in Hoffenheim noch unangefochtener Stammspieler und zwischenzeitlich sogar Kapitän, muss sich der Nationalspieler nun mühsam in den Kader kämpfen. Einen Aufschwung zeigte er persönlich mit 2 Toren im Pokal, was das peinliche Leverkusener Aus gegen den Drittligisten aus Lotte auch nicht verhinderte.

  1. Mikel Merino

Der erste einer ganzen Riege junger talentierter Spieler, die Borussia Dortmund in diesem Sommer verpflichtete. Mikel Merino kam zwar aus der zweiten spanischen Liga in den Ruhrpott, allerdings auch mit einer breiten Brust. So kündigte er an, nicht nach Dortmund gewechselt zu sein, um auf der Bank zu sitzen. Nach 8 Spieltagen muss man nun sagen, dass das nicht so gut geklappt hat. Lediglich ein Einsatz beim 0:0 gegen Berlin steht auf der Haben-Seite. Dagegen steht 4-mal Bundesligatribüne, obwohl er fit war, und eine Nicht-Nominierung für den Championsleaguekader, was so ziemlich alles sagt. Merinos Problem ist die große Konkurrenz im Mittelfeld, weshalb er seinen einzigen Einsatz auch in der Innenverteidigung hatte, wo aber Sokrates und Bartra gesetzt sein sollten.

Merino war der erste Neuzugang der Borussia diesen Sommer und vielleicht hätte er diesen Wechsel auch gar nicht erst gewagt, wenn er gewusst hätte, wer nach ihm noch alles verpflichtet wird. Mittlerweile wird sogar über eine Ausleihe im Winter nachgedacht, was seiner Entwicklung sicherlich nicht schaden würde.

  1. Halilovic

Der nächste Modric. Da waren sich alle sicher. Der jetzige spielt allerdings mit Real um den Gewinn der Königsklasse und nicht gegen den Abstieg in der Bundesliga. Aber selbst in einem Team, in dem im Moment wohl niemand wirklich überzeugt, fällt Halilovic negativ auf. Als junger Spieler 5-mal eingewechselt werden und einmal starten ist erstmal nicht schlecht. Zwischendurch waren sogar ansatzweise gute Leistungen zu sehen. Aber grade jetzt, wo der Trainerwechsel Aufwind geben sollte, geht es bergab. Nur 45 unterirdische Minuten gegen Frankfurt, für den Pokal grundlos aus dem Kader gestrichen und gegen Köln 90 min. auf der Bank. Hinzu kommt einfach das Umfeld, dass es dem Talent nicht erlaubt, sich in Ruhe zu entwickeln. Für Halilovic sieht es, wie auch für den Rest des Teams, schlecht aus. Barcelona hat zwar ein Rückkaufrecht, aber das werden sie sicher nicht nutzen, um sich einen verunsicherten Jungen zu holen.

Für viele Neuzugänge läuft es also nicht optimal, aber zum Glück haben sie noch den Rest der Saison, um sich zu verbessern. Im schnelllebigen Fußball ist schließlich alles möglich. Ein Tor, eine gute Aktion, ein Moment und du bist oben auf. Transferkritiker hofft natürlich das Beste.

 

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