Von der Insel der Vulkane stammend schaffte es Finnbogason wie auch die bekannten aktiven „Feuerspucker“ vor allem in seiner Zeit in den Niederlanden immer wieder auszubrechen. Einmal in Fahrt wie die Vulkane kannte auch er – beim Tore schießen – kein Halten mehr. Doch auch wie die Vulkane seines Heimatlandes hat der Nationalspieler ebenfalls seinen ganz eigenen Rhythmus. So gibt es einige der Vulkane, die regelmäßig den Bewohnern und auch Touristen ein Spektakel bieten. Dieses bietet den Zuschauern im Stadion in seinem Rhythmus auch der aus Reykjavik stammende Torjäger. Der Mittelstürmer schaffte es von der kleinen Insel im Norden Europas zu größeren europäischen Clubs dank seiner unglaublichen Bilanz an Toren und seinem Spektakel im gegnerischen Strafraum.

Sportliche Vergangenheit:

Bis zum Jahre 2005 verbrachte Finnbogason, bis auf ein Jahr in Schottland, seine Jugend beim Hauptstadtclub Fjölnir Reykjavik. Dann ging es in den Westen der nordischen Insel zu Breidablik Kopavogur, dort spielte er u.a. mit dem späteren Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson in der Jugendmannschaft. Mit 18 Jahren debütierte Finnbogason für diesen Verein dann in der ersten isländischen Liga. Ein Jahr später traf er 13 Mal in nur 18 Partien und hatten maßgeblichen Anteil am Pokalsieg seines Teams und dem Einzug in die Qualifikation zur Europa-League. Diese Leistungen brachten ihm die Nominierung für die U-21 Nationalmannschaft Islands ein, in der er mit fünf Treffern in elf Spielen ebenfalls zu überzeugen wusste. In der darauffolgenden Saison wurde er Torschützenkönig in der heimischen Urvalsdeild und schoss sein Team zum ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Nach der erfolgreichen Zeit verließ er sein Heimatland und ging nach Belgien zum SC Lokeren. Dort fand der Isländer aber nie sein Glück und kehrte nach nur fünf Treffern in 22 Spielen wieder in den Norden Europas zurück. In der Nationalmannschaft debütierte er in derselben Saison, schaffte es dort aber nicht sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Bei Helsingborg fand er zur Form zurück und traf zwölf Mal ins gegnerische Tor in nur 17 Spielen. Auch in der Europa-League Qualifkation zeigte er seine Qualität: In vier Spielen traf er einmal und bereitete fünf Treffer vor. Dies weckte Begehrlichkeiten und er wechselte in die Niederlande zum SC Heerenveen. Beim von Ex-Weltklassespieler Marco van Basten trainierten Team explodierte Finnbogason förmlich. Unglaubliche 30 Tore gelangen ihm in 34 Pflichtspielen für den SCH in seiner ersten Saison. Auch in der zweiten Saison machte er dort weiter, in 35 Partien sollten ihm nicht weniger als 31 Tore und zwölf Vorlagen gelingen. Nach diesen sensationellen zwei Jahren in Heerenveen waren einige europäische Clubs hinter ihm her. Das Rennen machten die Basken von Real Sociedad. Dort fiel er dem System von Neu-Trainer David Moyes zum Opfer und traf nur vier Mal in 29 Spielen. Unzufrieden mit dieser Situation ging es nach Griechenland zum Topclub Olympiakos Piräus. Aber auch dort fand er seinen Rhythmus nicht (7 Spiele, 1 Tor). Nun scheint der FC Augsburg an seine Qualität zu glauben und holte den Isländer in die Fuggerstadt.

Stärken/Schwächen und Spielertyp:

Alfred Finnbogason ist ein echter Allround-Stürmer, der nicht nur im gegnerischen Strafraum zu Hause ist, sondern seine technischen Fähigkeiten öfter aufblitzen lässt. Mit seinen 1,84 Meter verfügt er über eine optimale Größe für einen Stürmer. Dazu bringt er durchaus eine Grundschnelligkeit und gute Physis mit, die ihn bei gutem Einsetzen der Außenspieler auch einige Tore bei den Augsburgern erzielen lassen können. Auch seine Beidfüßigkeit hilft dem Isländer weiter, wenn es darum geht, den Ball aus dem Mittelfeld oder in Konter-Situationen schnell Richtung Tor zu bringen. In seiner Zeit in Heerenveen zeigte er auch, dass er das Auge für seine Mitspieler hat, trotzdem er meist der Torjäger vor dem Tor ist. Finnbogason stellt eine gute Ergänzung zu Raul Bobadilla dar, der sich mehr durch seine körperliche Präsenz auszeichnet und für die Mannschaft arbeitet. Seine Schwächen dürften in der kompakten Abwehrarbeit bestehen. Da Spieler es in den Niederlanden oder Griechenland nicht gewohnt sind als kompaktes Team zu verteidigen, wie es die Augsburger unter Weinzierl gerne machen. Einzig viele Elfmetertore wie in seinen vorigen Stationen wird er nicht mehr schießen, denn dafür ist bekanntlich der Kapitän persönlich, Paul Verhaegh, zuständig.

Neue sportliche Situation:

Durch die Abgänge der Stürmer Mölders, Matavz und Djurdjic bleiben dem FCA mit Bobadilla und Finnbogason nur noch zwei echte Mittelstürmer. Da ab Ende Februar die englischen Wochen auf den FCA zukommen, dürfte dabei auch die Leihgabe aus dem Baskenland einige Einsatzzeit bekommen. Wenn der Isländer an seine Zeit in Norwegen und vor allem beim SC Heerenveen anknüpfen kann, wird er für die Fuggerstädter eine echte Verstärkung darstellen. Denn was den Augsburgern in der letzten Zeit oft fehlte, war die Durchschlagskraft im Angriff. Nun hat Alfred Finnbogason die Rückrunde über Zeit, zu beweisen, dass er den Rhythmus, der ihn einst auszeichnete, wiederfinden kann. In einer kompakten Mannschaft die sich oft durch schnelles Umschalten Richtung gegnerisches Tor bewegt, kann Finnbogason mit seiner Schnelligkeit und Technik eine echte Waffe werden. Auch mit seiner europäischen Erfahrung kann er den bisher auf diesem Terrain noch wenig bekannten FCA-Spielern helfen.

Fazit: 

Wie auch die Vulkane in Island hat Alfred Finnbogason beim Tore schießen seinen ganz eigenen Rhythmus, der ihn je nach Liga in Schwung kommen lässt oder eben nicht. Aus Augsburger Sicht ist zu hoffen, dass der aus Reykjavik stammende Stürmer endlich wieder brodelt und den Fans gleichermaßen Spektakel bietet wie die Wahrzeichen seiner Heimat. Beim FCA möchte er sich auch für einen Stammplatz im Nationalteam empfehlen, denn nachdem sich die Isländer zum ersten Mal für eine EM qualifizieren konnten, will Finnbogason dort auch für sein Heimatland treffen. Dies geht aber nur mit Leistungen wie vor zwei Jahren in Heerenveen.

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